Ist das Stadtumbauprogramm Ost ein Erfolg?

Oktober 2, 2009 by
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Am 1. Oktober 09 war Prof. Martin T. W. Rosenfeld, Leiter der Abteilung Stadtökonomik des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), zu Gast bei Stammtisch der Julis Halle um zum Thema “Das Programm ‘Stadtumbau Ost’ als Hebel für eine erfolgreiche Stadtentwicklung? – Das Beispiel der Stadt Halle an der Saale” zu sprechen.

In seinem Vortrag zeigte Rosenfeld kurz die Problem von Stadtumbaupolitik auf. So wurde bis weit in die neunziger Jahre hinein der sich deutlich abzeichnende demografische Wandel ignoriert und der Eigenheimbau auch und vor allem in Ostdeutschland gefördert, was die Fehlentwicklungen auf den Wohnungsmärkten nur verschärfte. Um diese wiederum zu korrigieren wurde im Jahr 2002 das Stadtumbauprogramm Ost aufgelegt. Durch die Programmteile Rückbauförderung (zur Reduzierung des Wohnungsleerstands) und Aufwertungsmaßnahmen sollten die Städte Ostdeutschlands zukunftsfähig gestaltet werden. Da die Kommunen für für die Aufwertungsmaßnahmen einen Eigenanteil leisten müssen lag der Schwerpunkt in der Vergangenheit auf der Abrissförderung. Eine detailierte Analyse hat das IWH für die sächsischen Programmkommunen erstellt (erschienen in Wirtschaft im Wandel 6/2007). Eine Wirkung war sicher die Verminderung des Insolvenzrisikos der Wohnungsgesellschaft. Auf der anderen Seite sind die Mieten auf Grund des künstlich verknappten Angebots möglicherweise nicht so niedrig wie sie sein könnten (Dascher-These).

In der Stadt Halle ist die Altstadt kein Stadtumbaugebiet. Die Abrisse aber auch die Aufwertungsmaßnahmen konzentrierten sich hauptsächlich auf Neustadt und die Silberhöhe (bis 2004 72 Abrisse von Albaut-Wohnungen bei 3400 Abrisse von Wohnungen insgesamt). Unter den konkreten Aufwertungsmaßnahmen hatte Rosenfeld insbesondere den Umbau des Riebeckplatzes sowie die Umgestaltung des Neustadt Passage mit einem Fragezeichen versehen. Insgesamt wirkt die Stadtplanung in Halle eher konzeptlos und ohne große Vision. Ökonomische Aspekte werden oft nur unzureichend berücksichtigt.

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