Der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes Vogel (MdB), sieht in der Verkürzung der Wehrpflicht den Ausstieg aus dem System. Dies gelte auch für den Zivildienst. Auch der verkürzte Dienst sei nach wie vor ein massiver Eingriff in die persönliche Freiheit junger Männer. Statt willkürlichem Zwang solle die Freiwilligkeit im Vordergrund stehen, sowohl bei der Bundeswehr als auch im Bereich des Zivildienstes.

Von den rund 70.000 jungen Menschen, die sich jedes Jahr für ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr bewerben, würde nur etwa die Hälfte eine Stelle erhalten. Im Gegensatz dazu würden 2009 rund 85.000 junge Männer als Zivildienstleistende verpflichtet werden. Diese Stellen könnten aber besser mit motivierten Freiwilligen besetzt und durch sozialversicherungspflichtige Stellen ergänzt werden, meint Vogel.

Die neue Bundesregierung müsse sich daher dem Ausbau der freiwilligen sozialen Dienste intensiv widmen, dürfe sich aber auf dem Weg zum Ausstieg aus der Wehrpflicht nicht beirren lassen.

Die FDP-Bundestagsfraktion setzt sich für die Aussetzung der Wehrpflicht ein. Sie sei sicherheitspolitisch nicht mehr zu begründen, da Grundwehrdienstleistende für den Hauptauftrag der Bundeswehr, der Teilnahme an internationalen Einsätzen zur Friedenssicherung, nicht eingesetzt werden könnten.